Was ist ein Persönlichkeitstest?

Ein Persönlichkeitstest ist ein (psychologisches) Testverfahren, zur Erfassung von  dispositionellen Persönlichkeitseigenschaften. Dispositionelle Eigenschaften sind Eigenschaften, die nicht direkt beobachtbar sind, sondern sich in einem bestimmten Verhalten manifestieren. Persönlichkeitstests werden überall dort eingesetzt, wo Merkmale der Persönlichkeit für ein Untersuchungsziel oder eine (diagnostische) Entscheidungsfindung eine Rolle spielen.

Persönlichkeitstests sind also Instrumente der Psychologie, mit denen bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen von Menschen (Testpersonen) erfasst werden.

Ein Persönlichkeitstest ist ein diagnostisches Verfahren und wird meist durch einen Fragebogen erfasst, mit welchem Persönlichkeitsmerkmale (Traits) als abgrenzbare Dimensionen des Verhaltens und Erlebens einer Person dargestellt werden.

Was ist das RMP für ein Persönlichkeitstest?


Empirische Grundlagen des Persönlichkeitstest

Von den vielen Listen grundlegender Motive und Absichten in der Psychologie unterscheiden sich die 16 Lebensmotive, weil sie auf einer breiten empirischen Grundlage und der Untersu- chung von tausenden Menschen beruhen. Viele andere Ansätze basieren fast ausnahmslos auf reiner Introspektion – wie bei Platon, Beobachtungen von Tierverhalten – wie bei James und McDougall oder theoretisch-tiefenpsychologischen Ansätzen – wie bei Murray.

Die 16 Lebensmotive wurden dagegen streng empirisch ermittelt: Sie basieren auf den fak- torenanalytischen Auswertungen von sieben Studien mit insgesamt 2548 Versuchspersonen und konnten in zwei Folgestudien mit 512 und 522 japanischen Versuchspersonen auch kul- turübergreifend bestätigt werden. Insgesamt zeigen alle Faktorenanalysen eine reliable und valide Faktorenstruktur.

Gütekriterien der einzelnen Lebensmotive

Konkret werden hier die folgenden Kriterien betrachtet:

  • vierwöchige Retest-Reliabilität: Prüfung ob eine Wiederholung der Messung bei Konstanz der zu messenden Eigenschaften gleiche Messwerte liefert
  • interne Konsistenz: Eine Skala ist intern konsistent, wenn die Antworten auf die verschiedenen Items der Skala gut zusammenpassen und hoch korrelieren
  • Faktorenvalidität
  • Konvergenzvalidität: Eine Form der Gültigkeit aus der Übereinstimmung (Konvergenz) eines Maßes (Reiss Motivation Profile®) mit einem anderen Maß (PRF-Skala), dessen Validität bereits überprüft wurde.
  • Kriteriumsvalidität: Messung der Übereinstimmung zwischen den Testergebnissen und einem oder mehreren beobachtbaren Außenkriterien

Normen

Renormierung 2022, mit Sample von 135.807 Testpersonen aus 159 Ländern

Die ursprünglichen Normen des RMP aus dem Jahr 2007 umfassten ca. 7.800 Befragte und basierten auf einem universellen Satz von Daten, die für beide Geschlechter sowie alle Länder und Altersgruppen standardisiert waren. Eine 2012 abgeschlossene Renormierung über etwa 45.000 Befragte unterstützte weiterhin die Verwendung eines universellen Satzes von Daten. Im Jahr 2017 ergab eine zweite Renormierung auf der Grundlage von ca. 80.000 Daten, signifikante Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei fünf Lebensmotiven, was in der Folge zur Implementierung von Geschlechternormen führte. Es wurden auch separate Ländernormen für jene Länder entwickelt, die über ausreichende Daten verfügten, um statistisch gültige Vergleiche zu ermöglichen.

Die aktuelle statistische Analyse befasste sich mit vier Themen:

Wir haben die Notwendigkeit getrennter Geschlechternormen und getrennter Ländernormen erneut untersucht. Wir untersuchten erneut, ob die RMP-Werte systematisch mit dem Alter der Befragten variieren, und untersuchten mögliche Motivationsunterschiede zwischen den Generationen.Die deskriptive Gesamtanalyse erbrachte den Nachweis, dass:

  • Männer und Frauen sich weiterhin signifikant in denselben fünf zuvor identifizierten Lebensmotiven unterscheiden,
  • Testteilnehmer*innen aus verschiedenen Ländern sich nach wie vor in der Bedeutung einiger Motive unterscheiden
  • RMP-Werte nicht mit dem Alter korrelieren
  • die Durchschnittswerte und die Varianz für die Lebensmotive quer durch alle Generationen mit Ausnahme der Generation Z ziemlich konstant sind.

Die aktuellen Daten unterstützen nicht nur weiterhin die Verwendung getrennter Geschlechter- und Ländernormen, sondern bestätigen auch erneut, dass getrennte Altersnormen nicht notwendig sind. Darüber hinaus weisen die aktuellen Daten auf die Notwendigkeit separater Normen für die Generation Z hin.

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